Die Wunder der Privatwirtschaft
Als komplett autoloser Mensch (im Ruhrgebiet braucht es nur höchstselten einen fahrbaren Untersatz) fahre ich viel Zug. Auch heute abend war wieder einmal der Momente, wo ich mich ins Getümmel stürzte.
Es war etwa 23:06, als ich aus der U-Bahn am Essener Hauptbahnhof stieg. Erster Gedanke: Unwahrscheinlich, dass du die Abellio-Bahn nach Bochum noch kriegst. Man weiß aber ja nie, aber normalerweise ist eben jener Zug immer sehr pünktlich, da er von Hagen nach Essen und retour fährt und somit eine gewisse Standzeit in Essen hat.
Auf einen Versuch ließ ich es dennoch ankommen und erreichte in letzter Sekunde vollkommen erschöpft das Gleis und damit auch den Zug. Praktischerweise hatte der Schaffner mich noch heranstürmen sehen und sorgte dafür, dass ich noch zusteigen konnte.
Im ersten Moment fiel mir nur eins ein: Danke dafür! Im zweiten Moment: Glück gehabt. Im dritten Moment, den ich mit einem in meinem Abteil sitzenden Mann teilte (ja, Abellio fährt teilweise noch mit den alten Silberlingen mit Abteilwagen… nächstes Jahr kommen die neuen Züge): Na klar machen sie das, sie sind ja ein rein privates Unternehmen. Im Gegensatz zur Bahn ist das Privatunternehmen Abellio nämlich auf entsprechende Fahrgäste angewiesen, ohne sie würde sich die Fahrt aus gegebenen Gründen nicht lohnen.
Hätte ich den Zug wohl noch bekommen, wenn die Deutsche Bahn gefahren wäre, oder wäre er ohne mich abgefahren? Ganz ehrlich? Ich tippe auf letzteres.

Mai 5th, 2007 00:55
Da man sein Ticket ja nur außerhalb des Zuges kaufen kann, kann es eigentlich jedem Bahnunternehmen egal sein, ob man jetzt mitfährt oder nicht - man hat sein Geld ja bereits bezahlt.
Das Zauberwort, das sich bei der Deutschen Bahn AG nur im Fremdwörterduden von Hartmut Mehdorns Sekretärin findet, heißt “Service”.