Archiv für die Kategorie 'Quatschkopf'

Die Wunder der Privatwirtschaft

Samstag, 05. Mai 2007

Als komplett autoloser Mensch (im Ruhrgebiet braucht es nur höchstselten einen fahrbaren Untersatz) fahre ich viel Zug. Auch heute abend war wieder einmal der Momente, wo ich mich ins Getümmel stürzte.

Es war etwa 23:06, als ich aus der U-Bahn am Essener Hauptbahnhof stieg. Erster Gedanke: Unwahrscheinlich, dass du die Abellio-Bahn nach Bochum noch kriegst. Man weiß aber ja nie, aber normalerweise ist eben jener Zug immer sehr pünktlich, da er von Hagen nach Essen und retour fährt und somit eine gewisse Standzeit in Essen hat.

Auf einen Versuch ließ ich es dennoch ankommen und erreichte in letzter Sekunde vollkommen erschöpft das Gleis und damit auch den Zug. Praktischerweise hatte der Schaffner mich noch heranstürmen sehen und sorgte dafür, dass ich noch zusteigen konnte.
Im ersten Moment fiel mir nur eins ein: Danke dafür! Im zweiten Moment: Glück gehabt. Im dritten Moment, den ich mit einem in meinem Abteil sitzenden Mann teilte (ja, Abellio fährt teilweise noch mit den alten Silberlingen mit Abteilwagen… nächstes Jahr kommen die neuen Züge): Na klar machen sie das, sie sind ja ein rein privates Unternehmen. Im Gegensatz zur Bahn ist das Privatunternehmen Abellio nämlich auf entsprechende Fahrgäste angewiesen, ohne sie würde sich die Fahrt aus gegebenen Gründen nicht lohnen.

Hätte ich den Zug wohl noch bekommen, wenn die Deutsche Bahn gefahren wäre, oder wäre er ohne mich abgefahren? Ganz ehrlich? Ich tippe auf letzteres.

Psychoanalyse aktuell

Sonntag, 29. April 2007

Wie viel sagt es über meinen Charakter und meinen geistigen Zustand aus, wenn ich in meinem RSS- Reader statt “Die Worte der Woche” “Die Torte der Woche” als Überschrift lese?

Buchen sollst du suchen!

Donnerstag, 26. April 2007

Ja liebe Kinder, die Medien haben praktisch komplett Besitz ergriffen von unserem Alltag. Kurzlebige Phänomene, moderne Technik, Informationsüberfluss. Auch in der Werbung ist ein klarer Trend zu erkennen: Es muss bunt sein und einprägsam, und die gute alte Radiowerbung wird klangtechnisch so aufgemotzt, wie es nur irgendwie geht.Seitenbacher

Aber halt, das stimmt nur zur Hälfte. Es gibt da noch so eine Firma, die sich dem Trend zwar anschließt, aber dabei so sympathisch bleibt, dass es schon fast weh tut. Ihr Firmenoberhaupt heißt Willi Pfannenschwarz, und seine Werbungen sind fast schon legendär. Er macht sie alle selber. Er ist der Chef, und er tut das, was ein Chef für gewöhnlich machen sollte. Also spricht er es selber ein, unterlegt es mit fetziger Musik und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Sein “Laden” ist in Buchen im Odenwald lokalisiert. Dort werden seine Produkte hergestellt. Mit Dinkel, Vollkorn, Ballaststoffen. Auf seiner Homepage kann man noch viel mehr entdecken: Frau Gehrig zeigt, wie man Brot backt. Wie man feststellen kann, wann ein Brot richtig durchgebacken ist. Wie man eine knusprige Kruste hinkriegt. Und wer von den Radiospots gar nicht genug bekommt, der kann sich die Clips auch online anhören. Immer und immer wieder. Und seit kurzem gibt es auch Fernsehspots. Um ganz neue Zielgruppen zu erschließen?

Ich verneige mich vor so viel Coolness. Den Mut, in der rasanten Welt noch sein eigenes Ding zu machen. Und danke für die Herstellung meines Lieblingsmüslis! Lecker lecker lecker!

Ich hab die Haare schön - die große Bloggerumfrage

Sonntag, 22. April 2007

Ja, so ist das wohl manchmal. Während andere das Wochende in Frankfurt beim BarCamp verbringen, beschäftige ich mich mit Alternativ-Veranstaltungen. Und zwischendurch chatte ich im Zweifelsfall noch hier und dort herum. In diesem speziellen Fall im Skypechat des Herrn Gassner. In den Vorbereitungen zur Alternativ-Veranstaltung ging es auch um das Thema Haare, und dass ich als echtes Rapunzel mit rund 60cm langer Kopfbehaarung keine Frisur zustande bekomme. Folgendes gab ich dann von mir:

Kathrin möchte mal Statistiken über die Haarlänge von Bloggern
21.04.07 01:41

Gesagt, getan. Hier ist die Umfrage. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass nur Blogger mitmachen, sonst verfälscht das die Aussagekraft der Ergebnisse.

Wie lang trägst du dein Haupthaar?

  • unter 1 cm (15%)
  • von 1,1 bis 5 cm (41%)
  • von 5,1 bis 10 cm (10%)
  • von 10,1 bis 25 cm (16%)
  • von 25,1 bis 40 cm (8%)
  • von 40,1 bis 60 cm (3%)
  • noch viel länger (7%)

Total Votes: 88

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Maßband raus und schnell nachgemessen! Bitte zahlreich abstimmen und vor allem weitersagen, damit auch ein repräsentatives Ergebnis zustande kommt. Danke.

Bild dir deine Meinung

Samstag, 14. April 2007

Seit einiger Zeit scheint die Bild- Zeitung eine neue Masche zu fahren: Zeitungssteckaktionen. Nicht nur in bundesdeutsche Innenstädten (heute noch gesehen an diversen Plätzen in Bochum), sondern auch an den Universitäten verteilt die Springer- Meute ihre “Werke” an das Volk.
Stellen sich für mich diverse Fragen:

1. Warum versucht die Bildzeitung ihr “Glück” an einer Bildungsstätte wie der Ruhr-Universität?
2. Bisher hatte ich solche Werbeaktionen nur von Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen und der Süddeutschen erlebt. Aber die kann man ja im Gegensatz zur Bild abonnieren.
3. Wie viele Zeitungen sind die Herren und Damen Zeitungsverteiler wohl losgeworden? Im Vorbeigehen habe ich etliche gesehen, die das Druckwerk abgelehnt haben.

Also, was ist der Hintergedanke an dieser Aktion? In der Innenstadt kann ich das ja noch verstehen. Viel Fußvolk aus diversen Bevölkerungsschichten. Aber das Bildungsbürgertum auf dem Weg in die Lehranstalt mit seichter Lektüre für langweilige Seminarstunden versorgen? Und am Ende noch Mitschuld haben an der Verdummung der Universitätselite?

Ich habe es mir aus rein wissenschaftlichen Gründen übrigens nicht nehmen lassen, mir eine solche Zeitung mitzunehmen. Und fand sofort einige Blüten der deutschen Zeitungsunterhaltung. Die eigentliche Zeitung war eingewickelt in ein informatives Beiblatt, das dem unwissenden Neuleser eine kleine Einführung in Inhalte und Layout der Bildzeitung bieten sollte. Und bevor ich jetzt hier alle Bilder bis in kleinste Detail einfüge (was vermutlich auch nicht der Hit für die Bandbreite wäre…), ist hier ein kleines Bildarchiv zu finden.
Ich fands auf jeden Fall sehr amüsant. Zum Bildleser wird mich das allerdings vermutlich nicht machen. Ehem.

Willkommen im (studentischen) Leben

Dienstag, 10. April 2007

Indizien, die darauf hindeuten, dass das Semester gerade losgegangen ist:

  • Schon auf dem Weg zur Lehranstalt muss man damit rechnen, dass die Zustände in der U-Bahn eher der der Pariser Metro zur Stoßzeit gleichkommen - willkommen in zum Gruppenkuscheln!
  • An der Uni angekommen fahren alle Afzüge Amok, halten niemals da, wo sie sollten und wenn sie dann mal kommen, dann sind sie eh schon voll
  • Die Schlange in der Cafeteria hat die Länge der Schlangen, die sich vor den Ausgabestellen des Begrüßungsgeldes gebildet haben
  • In den Hörsälen stolpert man auf dem Weg zu den wenigen freien Plätzen über Leute, die es sich auf der Hörsaaltreppe bequem gemacht haben
  • Vergessliche Menschen kämpfen bis aufs Blut um die letzten verfügbaren Reader
  • Der Versuch, nach dem Seminar einen freien Platz in der Cafeteria zu finden, tendiert gegen Null
  • Das uniinterne Wlan- Netzwerk bricht dank instabilem VPN- Server schon beim bloßen Verbindungsversuch zusammen. Wenn es doch mal eine Verbindung geben sollte, wird sie sicherheitshalber nach 3 Sekunden getrennt, um die größtmögliche Verzweiflung beim User hervorzurufen
  • Verwirrte Menschen in den Unifluren, die desorientiert wirken und vermutlich am liebsten das Studium direkt wieder an den Nagel hängen würden
  • Und zu guter Letzt: Eine gelangweilte Bloggerin, die sich internetlos in der Cafete einen viel zu dünnen Kaffee ins Gesicht schüttet und auf bessere Zeiten hofft.

In diesem Sinne: Frohes Sommersemester euch allen!

Nach den Osterfeiertagen rufen wir: We don’t need no education

Montag, 09. April 2007

Ostern ist vorbei. Endlich. Wenn man an einer Eiweißvergiftung sterben kann, dann war ich an diesem Wochenende wirklich kurz davor. Aber nein, Quatsch. Es waren seit Karfreitag exakt sieben von den bunten Dingern. Dafür aber Unmengen an Schokolade. Nicht zu sprechen von der Osterhasenarmada, die ich heute wieder in meine Wohnung tragen durfte. Und da zu Fuß 6 Etagen nach oben, da der Aufzug zum ersten Mal seit meinem Einzug im Oktober 2003 tatsächlich mal kaputt ist. Als ob er gewusst hätte, dass ich dringend mal wieder Bewegung brauche.

Zu diesem Bewegungspensum gesellt sich morgen dann noch die Tatsache, dass es ab morgen wieder an den Ernst des Lebens geht. Seit Anfang Dezember laufe ich quasi nur noch im Leerlauf. Da das Semester in Schottland nunmal von September bis Dezember läuft, musste ich zwar schon früher ran als meine Kommilitonen in Deutschland, hatte dafür aber danach massig Zeit, die ich aus unerfindlichen Gründen noch nicht einmal sinnvoll nutzen konnte.

Morgen geht es also zurück in die Betonschönheit, die gute alte Ruhr- Universität. Zurück in das charmant verschachtelte Institutsgebäude. Zurück auf die verranzten Klappbänke im Hörsaalgebäude des GB- Gebäudes. Ich hoffe nur, dass ich das Lernen nicht verlernt habe. Ein letztes Semester. Muss ich jetzt wehmütig werden?

Männer können seine Gefühle nicht zeigen - Helden in Strumpfhosen

Montag, 26. März 2007

Als Frau von Welt ließ ich es mir am Samstag auch nicht nehmen, mir das Qualifikationsspiel Tschechien-Deutschland anzuschauen, das die ARD netterweise übertrug. 20 gestandene Männer liefen in gesagtem Spiel mehr oder weniger motiviert dem runden Leder hinterher, zumindest die erste Halbzeit war, soweit ich das überblicken kann, gespickt vor allem mit den Finessen einer starken deutschen Mannschaft. Ein Hoch auf den Jogi! Nun, also 20 gestandene Männer. Gestanden? Wie man es nimmt. Denn einer von ihnen lief in Strumpfhosen auf.

Ein so männlicher Sport, und dann läuft der tschechische Jan Koller doch glatt mit einem Paar schwarzer Baumwollware an den Beinen durch die Gegend. Ich war ja schon immer der Überzeugung, dass Fußballer generell sehr häufig eine weibliche Seite haben, die sie allerdings eher selten zum Vorschein kommen lassen. Nun also Strumpfhosen an strammen Fußballerwaden.
Ich nehme sachdienliche Hinweise, wo man Strumpfhosen in Koller-Größe bekommen kann, gerne entgegen! Der Mann ist immerhin über 2 Meter groß!

Ganz im Gegensatz übrigens zu dem, der ihm während des Spiels gerne mal Paroli bot. Nämlich “da Philipp”, Philipp Lahm, mein Held des Abends.